Wichtige Begriffe im Aikido

Aikidoka

Dies ist die japanische Bezeichnung für jemanden, der Aikido betreibt.

Dan

Wie in anderen Kampfkünsten auch gibt es im Aikido ein Graduierungssystem, das dem Aikidoka seinen Fortschritt aufzeigt. Die Stufen entsprechen formal denen im Judo, Karate oder ähnlichen Kampfkünsten. Dan ist die Bezeichnung für Stufen, die im Deutschen gerne mit "Meistergrad" bezeichnet werden, d.h. ab ersten Schwarzgurt aufwärts. Zumindest im Aikido sehen wir den ersten bis fünften Dan jedoch nicht als "Meister"-Grad, sondern den eines fortgeschrittenen Schülers. Erst ab dem sechsten Dan sprechen wir von Meister. Sensei (Meister) Asai sagte einmal: "Mit dem ersten Dan steht man am Gartentürchen des Hauses des Aikido." Ein Dangrad ist also noch lange kein Grund, sich auszuruhen ... Der erste Dan ist der Grad, an dem sich die Änderung der Graduierung auch äußerlich ausdrückt: statt des weißen wird ein schwarzer Obi (Gürtel) getragen, dazu kommt noch der Hakama. Danach gibt es dann keine weiteren Veränderungen mehr.

Dogi

Dogi ist die Bezeichnung für die Kleidung, die man zur Ausübung des Aikido trägt. Gi bedeutet Kleidung, Do bedeutet Weg. Eine andere Bezeichnung ist Keikogi, was nichts anderes bedeutet als "Trainingsanzug". Der komplette Dogi im Aikido besteht aus Hose, Gürtel und Jacke wie im Judo, dazu kommt ab dem ersten Dan noch der Hakama.

Hakama

Der Hakama ist ein traditionelles Kleidungsstück aus Japan, das ursprünglich nur von Samurai getragen werden durfte. Außer im Aikido ist der Hakama auch im Kyudo (Bogenschießen), Kendo (sportl.) Schwertfechten und Jaido (Schwertziehen) Bestandteil des Dogi. Der im Aikido verwendete Hakama ist technisch gesehen ein Hosenrock mit großen Falten. Dies war ursprünglich die Form, die die Samurai zum Reiten verwendeten. Im heutigen Aikido wird ein schwarzer oder dunkelblauer Hakama meist ab dem ersten Dan getragen, in manchen Verbänden kann ein weißer Hakama ab dem 2. oder 1. Kyu getragen werden. Ursprünglich war das Tragen eines Hakama für alle Aikidoka Pflicht. Da diese Kleidungsstücke jedoch recht teuer sind, wurde diese Bedingung im Laufe der weiteren Verbreitung des Aikido abgeschafft.

Kata

Mit Kata wird eine festgelegte Bewegungsabfolge bezeichnet. Im Aikido besteht das Training zum Großteil aus Kata-Übungen. Dabei sind sowohl die Art des Angriffs als auch die zur Verteidigung benutzte Technik vorgegeben. Das Üben einer festgelegten Form ermöglicht einerseits das Erlernen der perfekten Ausführung einer Technik, andererseits ist die Ausführung vieler Techniken in einer schnelleren und / oder kraftvolleren Weise nur so möglich, ohne dass es dabei zu schweren Verletzungen von Uke kommen kann. Fortgeschrittene Schüler üben auch in Abwandlung des Kata-Prinzips z.B. eine beliebige Verteidigung gegen eine festgelegte Angriffsart oder auch eine festgelegte Verteidigungsform bei beliebigem Angriff. Eine Übungsform mit freiem Angriff und freier Verteidigung gegen mehrere Gegner wird Randori genannt.

Keikogi

Trainingsanzug. Siehe Dogi.

Ki

Ki, im Chinesischen Chi, ist die Bezeichnung für die Lebenskraft oder Energie, die alles im Universum durchdringt. Im Aikido wird darauf Wert gelegt, die Techniken nicht mit körperlicher Kraft zu erzwingen, sondern in einer Weise auszuführen, die den freien Fluss von Ki erlaubt. Es mag vor allem westlich naturwissenschaftlich geprägten Menschen schwer fallen, sich mit dem Konzept von Ki anzufreunden. Im Training ist jedoch sowohl bei speziellen Übungen als auch in der Ausführung der Techniken Ki spürbar, auch wenn es dafür kein Messgerät gibt. Selbst wenn man Ki nur als "Einbildung" betrachten will: eine Technik, die mit der Idee des freien Fließens von Ki ausgeführt wird, fühlt sich richtig an und erfordert keine Mühe oder Kraft.

Kyu

Kyu ist die Bezeichnung für die so genannten "Schülergrade" im Graduierungssystem der meisten Kampfkünste. Ein Anfänger "startet" mit dem 6. Kyu oder "Mukyu" (= "kein Kyu"), die erste Prüfung führt zum 5. Kyu usw. bis zum 1. Kyu, danach geht es mit dem ersten Dan weiter. Grundsätzlich gibt es im Aikido dieselben Stufen wie in den anderen japanischen Kampfkünsten, der Unterschied im Aikikai ist jedoch, dass alle Kyugrade einen weißen Gürtel tragen. Dies betont die Grundhaltung im Aikido, dass es nicht um Konkurrenz, sondern Miteinander geht.

Nage

Ausführender einer Technik (siehe Tori). Eine weitere Bedeutung von Nage ist "Wurf", wie z.B. in Shiho-Nage (4-Richtungs_Wurf) oder Irimi-Nage (Werfen durch Eintreten in den Angriff). Die Wurftechniken im Aikido werden unter dem Begriff Nage-Waza zusammengefasst (vgl. Osae-Waza).

Nage-Waza

Oberbegriff für alle Wurftechniken im Aikido. Damit sind alle Techniken gemeint, bei denen Uke geworfen wird und am Ende der Technik nicht zwangsweise immobilisiert wird.

Osae-Waza

Oberbegriff für Hebeltechniken im Aikido. Die Hebeltechniken führen zur Immobilisierung von Uke, im Gegensatz zur normalen Ausführung der Wurftechniken, bei denen sich Uke über eine Roll- oder Falltechnik von Tori löst.

Sensei

Sensei ist das japanische Wort für Lehrer. In diesem technischen Sinne gesehen, ist jeder Trainer, der eine Aikidostunde anleitet, ein "Sensei". Als Titel wird Sensei oder auch die deutsche Bezeichnung "Meister" nur für Danträger ab dem 6. Dan verwendet. Sensei bedeutet "der früher Geborene" und drückt damit auch aus, dass ein "Sensei" sich auf seinen höheren Grad gegenüber den Schülern nicht all zuviel einbilden sollte: er ist weiter, weil er sich der jeweiligen Sache schon länger widmet, und nicht unbedingt weil er "besser" ist als einer der Schüler. Der Begründer des Aikido, Morihei Ueshiba, wird von Aikidoka meist als "O-Sensei", als "Verehrter Lehrer" oder "Großer Lehrer" bezeichnet.

Tori

Tori ist der Ausführende der Aikidotechnik. Somit hat er den Part des Verteidigers, der die Energie / den Angriff von Uke aufnimmt und verwandelt.

Uke

Uke ist derjenige, der den angreifenden Part übernimmt. Dabei ist es jedoch gefährlich, nur in der Kategorie Angriff-Verteidigung zu denken. Eine bessere Haltung ist, den Part von Uke so zu sehen, daß er derjenige ist, der Tori Energie gibt mit der er arbeiten kann.

Waza

Japanisches Wort für "Technik". Nage-Waza sind Wurftechniken, Osae-Waza Haltetechniken.